{"id":15,"date":"2018-05-04T19:46:51","date_gmt":"2018-05-04T17:46:51","guid":{"rendered":"http:\/\/lungwitz-foundation.de\/?page_id=15"},"modified":"2018-05-04T19:46:51","modified_gmt":"2018-05-04T17:46:51","slug":"erkenntnistheorie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/lungwitz-foundation.de\/?page_id=15","title":{"rendered":"Erkenntnistheorie"},"content":{"rendered":"<p style=\"margin-left: 240px;\">\n<em>The mere fact that such a familiar feature of our lives [like consciousness, Za.] has resisted for so long all attempts to characterize it suggests that our conception of it is at fault. What is needed is not just more evidence, more experimental and clinical data, but a careful rethinking of the assumptions.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Daniel C. Dennett<\/em><\/p>\n<p><strong>State of the Art<\/strong><br \/>\nHat sich an der Feststellung von Dennett bis heute (2009) etwas ge&auml;ndert? Alle L&ouml;sungsversuche des Leib-Seele-Problems von Descartes bis zur analytischen Philosophie des Geistes haben ausschlie&szlig;lich zu einer Aufsplitterung in eine Vielzahl von Ismen und vermeintlichen Teilproblemen gef&uuml;hrt. Diese sind zwar durch eine mehr oder minder konsistente Logik gekennzeichnet, haben aber eines gemeinsam: alle basieren auf expliziten oder impliziten Annahmen, die weder verifizierbar noch falsifizierbar sind.<\/p>\n<p>Die verwirrende Vielfalt der Terminologie ist nicht mehr &uuml;berschaubar, abgesehen davon, dass die Begriffe von jedem Autor verschieden verwendet werden. Die intellektuelle Kreativit&auml;t fokussiert sich daher h&auml;ufig nur auf Definitionen oder vermeintliche Teilprobleme ohne damit der L&ouml;sung des Problems n&auml;her zu kommen.<\/p>\n<p>L&ouml;sungsans&auml;tze werden von der Scientific Community nur zu Kenntnis genommen, wenn sie im Rahmen des derzeit g&uuml;ltigen Paradigmas erfolgen. Dazu geh&ouml;ren u.a. eine vom Bewusstsein unabh&auml;ngige, objektive Au&szlig;enwelt, Trennung zwischen Physis und Mentalem, die Notwendigkeit der Anwendung der physikalischen Gesetze auf das Leib-Seele-Problem, die G&uuml;ltigkeit der Kausalit&auml;t, die G&uuml;ltigkeit des Circulus-vitiosus-Axioms.<\/p>\n<p>Liegt nicht m&ouml;glicherweise das gr&ouml;&szlig;te Hindernis f&uuml;r die L&ouml;sung des Leib-Seele-Problems bereits in der einschr&auml;nkenden Formulierung des Problems, denn was ist mit der wahrgenommenen Au&szlig;enwelt, den Gef&uuml;hlen und den Gedanken? Eine L&ouml;sung im Rahmen des g&uuml;ltigen Paradigmas erscheint &auml;u&szlig;erst unwahrscheinlich.<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Axiom<\/strong><br \/>\nEs ist Stand der Erkenntnis, dass das Bewusste jeweils mit einer spezifischen Funktion spezifischer Zellen der menschlichen Gro&szlig;hirnrinde korreliert, die als neuronales Korrelat des Bewussten, englisch Neuronal Correlat of Consciousness (NCC), bezeichnet wird. Lungwitz formuliert das so: Das Bewusste ist Funktionseigent&uuml;mlichkeit spezifischer Zellen der Hirnrinde, im Folgenden mit FEH abgek&uuml;rzt.<\/p>\n<p>Alleine die konsequent zu Ende gedachten Schlussfolgerungen aus diesem Axiom werden den eigentlichen Kern des Leib-Seele-Problems freilegen und zu einer klaren Terminologie und Formulierung des Problems f&uuml;hren, die die Voraussetzung f&uuml;r die L&ouml;sung des Problems sind.<\/p>\n<p>Mit der obigen Formulierung des Axioms erfolgt keinerlei Aussage dar&uuml;ber, ob das Bewusste vom Gehirn konstruiert oder in irgendeiner Weise generiert oder verursacht wird, ob das Bewusste eine Interpretation der Wirklichkeit durch das Gehirn ist, wo sich das Bewusste befindet, sei es im Gehirn, sei es im Geist, sei es durch diesen erzeugt oder gar identisch mit diesem. Aussagen &uuml;ber die Seele und den Geist einschlie&szlig;lich einer m&ouml;glichen Wechselwirkung mit dem Gehirn sind in dem Axiom nicht enthalten. Allerdings bedarf der Begriff des Bewussten, dieses &quot;r&auml;tselhaften Ph&auml;nomens&quot; (Pauen) noch einer Erl&auml;uterung, da er in der Philosophie, Psychologie und den Neurowissenschaften mit den verschiedensten Inhalten belegt wird.<\/p>\n<p><strong>Erl&auml;uterung zum Begriff &quot;Bewusstes&quot;<\/strong><br \/>\nIst nach derzeitigem Stand der Erkenntnis der Neurowissenschaften ein erlebtes Gef&uuml;hl ohne NCC vorstellbar? Ist ein sensorisch wahrgenommener Gegenstand ohne NCC vorstellbar? Sind Gedanken, Vorstellungen, Erinnerungen ohne NCC vorstellbar? Die Antwort lautet: Nein. Selbst die Vorstellung, dass es doch m&ouml;glich sein k&ouml;nnte, ist ohne NCC nicht vorstellbar.<\/p>\n<p>&Uuml;ber diese Feststellung besteht heute ein weitest gehender Konsens in der wissenschaftlichen Gemeinschaft. Denkt man sie konsequent zu Ende, so kommt man notwendigerweise zu dem Ergebnis, dass diese Feststellung f&uuml;r alle Dinge gilt. Stellvertretend seien hier nur einige Beispiele aufgef&uuml;hrt: die objektive Au&szlig;enwelt in der wir leben, die Materie, die Naturgesetze der exakten Wissenschaften, Energie, Raum und Zeit, Vergangenes und Zuk&uuml;nftiges, die Kriterien f&uuml;r Wissenschaftlichkeit wie z.B. Objektivit&auml;t, Reproduzierbarkeit, empirische Nachweisbarkeit, Vorhersagbarkeit, Exaktheit, Stringenz, Beweis und Logik, Leben, Tod, Existenz und Sein, Wahrheit und L&uuml;gen, T&auml;uschungen und Fiktionen, Fragen nach dem Sinn, Zweck und Ziel des Lebens, Grenzen der Erkenntnis und Gott, Leib und Seele, Psyche und Physis, mentale Ph&auml;nomene, Repr&auml;sentationen, Zust&auml;nde, Eigenschaften und Funktionen.<\/p>\n<p>Zusammengefasst: Jedes Gef&uuml;hl, jeder Gegenstand, jeder Gedanke, jede Vorstellung, Idee und Erinnerung ist Funktionseigent&uuml;mlichkeit der menschlichen Hirnrinde als dem Organ des Bewusstseins und korreliert mit spezifischen Funktionen der Hirnrinde. Alle neuronalen Korrelate sind morphologisch und funktionell gleichartig. Somit spricht aus neurobiologischer Sicht nichts dagegen, nicht nur die sogenannten mentalen Ph&auml;nomene als bewusst zu bezeichnen, sondern auch die Gef&uuml;hle und die sensorisch wahrgenommenen Dinge, insbesondere auch die sogenannte Au&szlig;enwelt.<\/p>\n<p>Der Begriff des Physischen wird heute im Allgemeinen nur den sensorisch wahrgenommenen Gegenst&auml;nden zugeordnet, wohingegen Gef&uuml;hle und Gedanken dem sogenannten Mentalen zugeordnet werden. Allen Dingen gemeinsam ist jedoch, dass sie FEH sind bzw. mit einem NCC korrelieren. Somit spricht auch nichts dagegen, dass auch Gef&uuml;hle und Gedanken physisch sind, wobei physisch nicht mit physikalisch oder gar mit materiell zu verwechseln ist. <br \/>\nSomit kommt die Psychobiologie zur einer einfachen, aber klaren und eindeutigen Erl&auml;uterung des Begriffes &quot;Bewusstes&quot;:<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"1\" cellpadding=\"1\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&bull;<\/td>\n<td colspan=\"2\">\n<p><strong>&raquo;Das Bewusste &quot;erscheint&quot; als Gef&uuml;hl, Gegenstand und Begriff&laquo;.<\/strong><br \/>\n            Anmerkung: Lungwitz fasst die Gedanken, Vorstellungen, Ideen und Erinnerungen unter dem Oberbegriff &quot;Begriff&quot; zusammen.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&bull;<\/td>\n<td colspan=\"2\">\n<p>Auch das Concise Oxford Dictionary erl&auml;utert das Bewusste in gleicher Weise:<br \/>\n            <strong>Consciousness is &raquo;the totality of a person&acute;s thoughts, feelings and sensations, or a class of these&laquo;<\/strong><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Mit dieser Beschreibung des Bewussten entf&auml;llt die verwirrende und zum Teil widerspr&uuml;chliche Vielfalt dessen, was heutzutage unter Bewusstem bzw. Bewusstsein verstanden wird. Damit lichtet sich das Begriffsdickicht, das der L&ouml;sung des Leib-Seele-Problems im Wege steht, und das den Blick auf den Kern des Problems vernebelt.<\/p>\n<p>\n<strong>L&ouml;sung trotz Circulus vitiosus?<\/strong>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"margin-left: 280px; text-align: left;\"><em>Das klassische Paradigma der Epistemologie ist unzul&auml;nglich, aber bis heute ist keine brauchbare Alternative zu diesem traditionellen Paradigma entwickelt worden.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Thomas Kuhn<\/em><\/p>\n<p>Ein un&uuml;berwindliches Hindernis zur L&ouml;sung des Leib-Seele-Problems scheint darin zu bestehen, dass das Gehirn und vor allem das Axiom selber FEH sind. Dann, wann sie geh&ouml;rt, gelesen oder gedacht werden, sind sie Bewusstes. Das Gleiche gilt sowohl f&uuml;r die Erl&auml;uterung des Begriffes &quot;Bewusstes&quot; als auch f&uuml;r die Beschreibung der Korrelation zwischen dem Bewussten und seinem neurobiologischen Korrelat.<\/p>\n<p>Alle Paradigmen und alle bisherigen L&ouml;sungsversuche des Leib-Seele-Problems sind bzw. waren FEH, selbst die Versuche der L&ouml;sung durch die Dritte-Person-Perspektive. Selbst ein Paradigmenwechsel und die endg&uuml;ltige L&ouml;sung des Problems werden FEH sein. Auch diese Aussage ist Funktionseigent&uuml;mlichkeit meiner (des Autors dieser Zeilen) als auch Ihrer (des Lesers dieser Zeilen) Gro&szlig;hirnrinde, die dann, wann wir an sie denken, unser FEH ist.<\/p>\n<p>Es gibt kein Bewusstes vom, neben oder hinter dem Bewussten, also gewisserma&szlig;en ein Metabewusstes oder Superbewusstes, das uns in die Lage versetzen k&ouml;nnte, gewisserma&szlig;en objektiv und unabh&auml;ngig vom Bewussten das Bewusste zu erkennen bzw. das R&auml;tsel zu l&ouml;sen.<\/p>\n<p>Jeder L&ouml;sungsversuch m&uuml;ndet somit in eine Zirkularit&auml;t. Jeder &quot;Beweis&quot; f&uuml;r die Richtigkeit der L&ouml;sung des Leib-Seele-Problems w&uuml;rde notwendigerweise gegen das von Whitehead&nbsp; und Russell aufgestellte Circulus-vitiosus-Axiom versto&szlig;en.<\/p>\n<p>Daraus folgt: Das L&ouml;sen des Leib-Seele-Problems kann nicht in der Form eines klassischen Beweises gef&uuml;hrt werden, sondern ausschlie&szlig;lich in Form einer stringenten Erl&auml;uterung, die notwendigerweise &quot;inkommensurabel&quot; (Thomas Kuhn) sein muss, da sie nicht zu dem Paradigma der zeitgen&ouml;ssischen Scientific Community passt und von der Mehrzahl der Wissenschaftler abgelehnt werden wird..<\/p>\n<p>\n<strong>Phylogenese der Erkenntnis<\/strong><\/p>\n<p style=\"margin-left: 280px;\"><em>Ein Mensch, der ein Problem gel&ouml;st hat, ist ein anderer, als er zuvor war. Denn sein Gehirn hat sich bis in die elementaren molekularen Strukturen ver&auml;ndert.<br \/>\n&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Ram&oacute;n y Cajal <\/em><\/p>\n<p>Obiges Zitat des spanischen Histologen, Anatomen und Nobelpreistr&auml;gers Ram&oacute;n y Cajal besagt mit anderen Worten, dass die L&ouml;sung eines Problems FEH mit einem ge&auml;nderten&nbsp; NCC gegen&uuml;ber dem NCC vor der L&ouml;sung des Problems ist.&nbsp; Die L&ouml;sung jedes Problems korreliert mit der Differenzierung der Hirnrinde, d.h. Probleml&ouml;sung ist folglich Entwicklung.<\/p>\n<p>Viele Generationen von Wissenschaftlern und Philosophen haben versucht, das Leib-Seele-Problem zu l&ouml;sen. Es ist also eine Frage der menschlichen Phylogenese, wann erstmals bei einem Menschen die Hirnrinde soweit entwickelt ist, dass die L&ouml;sung des Leib-Seele-Problems &bdquo;da ist&ldquo; und zwar als FEH mit dem zugeh&ouml;rigen erstmalig existierenden neuronalen Korrelat. Es d&uuml;rfte sich dabei um eine &raquo;intellektuelle Revolution&laquo;&nbsp; handeln, &raquo;die lange Perioden konservativen R&auml;tsell&ouml;sens &uuml;ber den Haufen wirft&laquo; und &raquo;inkommensurabel&laquo; ist (Thomas Kuhn).<\/p>\n<p><strong>Das erkenntnistheoretische Grundproblem<\/strong><br \/>\nNachdem der Begriff des Bewussten hinreichend erl&auml;utert worden ist, bleiben noch zwei Fragen offen: <br \/>\n1. Wer oder was ist dasjenige, das das Bewusste wahrnimmt? <br \/>\n2. Wie interagiert das Wahrnehmende mit dem Wahrgenommenen? <br \/>\nDiese Fragestellung f&uuml;hrt zu einer dualistischen Arbeitshypothese, ohne dass dabei notwendigerweise ein Dualismus als L&ouml;sung vorgegeben ist.<\/p>\n<p>Lungwitz formuliert das Problem folgenderma&szlig;en: <em>&raquo;Das erkenntnistheoretische Grundproblem ist die Frage nach dem Wesen der Dinge, also die Trias: was ist das Erkannte (Wahrgenommene, Angeschaute, [Bewusstes, Objekt, Za.] usw.), was ist das Erkennende (Wahrnehmende, Anschauende, Denkende, [Geist, Seele, Ich (nicht zu verwechseln mit dem &quot;K&ouml;rper-Ich&quot;), Subjekt, Za.] usw.), und was ist, wie geschieht das Erkennen (Wahrnehmen, Anschauen, Denken, [Empfinden, F&uuml;hlen, Interaktion, Za.] usw.)? &laquo;<\/em><\/p>\n<p>Zur Vereinfachung fassen wir zun&auml;chst die Vielfalt der Begriffe f&uuml;r das Erkannte unter dem Begriff Objekt zusammen, f&uuml;r das Erkennende unter dem Begriff Subjekt und f&uuml;r das Erkennen unter dem Begriff Beziehung.<\/p>\n<p>&Uuml;ber das <em>Subjekt <\/em>kann ausschlie&szlig;lich Gegens&auml;tzliches zu den Bestimmtheiten des Objekts ausgesagt werden. Bereits jede Nennung, geschweige denn Beschreibung des Subjekts ist objektisch, d.h. &quot;befindet sich&quot; auf der Objektseite der Beziehung, ist FEH und somit physisch. Schlie&szlig;t man alle denkbaren, nicht mehr und noch nicht wahrgenommenen Objekte (Gef&uuml;hle, Gegenst&auml;nde, Begriffe) aus, so bleibt als Subjekt das Nichts &uuml;brig. Das Subjekt ist das Nichts im Gegensatz zum Etwas, dem Objekt. &Uuml;ber das Subjekt kann ausschlie&szlig;lich Gegens&auml;tzliches zu den Bestimmtheiten des Objekts ausgesagt werden.<\/p>\n<p>Mit <em>Beziehung <\/em>sind nicht gemeint&nbsp; die physikalischen Prozesse zwischen einem Gegenstand und den Rezeptoren der Sinnesorgane, ebenso wie die sich anschlie&szlig;enden neurophysiologischen Prozesse bis zur aktuellen Funktion der Zellen der Hirnrinde. Mit Beziehung in diesem Zusammenhang ist nicht gemeint&nbsp; die Beziehung zwischen dem Objekt und &quot;seinem&quot; NCC. Nicht gemeint&nbsp; mit Beziehung ist eine &ndash; wie auch immer geartete &ndash; Interaktion zwischen dem Subjekt und der Hirnrinde.<\/p>\n<p>Gemeint ist die <em>Beziehung <\/em>zwischen Subjekt und Objekt, das als Gef&uuml;hl, Gegenstand oder Begriff &quot;erscheint&quot; oder anders ausgedr&uuml;ckt: einfach &quot;da ist&quot;.<br \/>\nDas Leib-Seele-Problem mit seiner Beschr&auml;nkung auf den K&ouml;rper und das Wahrnehmende erweist sich somit als eine Untermenge des zu l&ouml;senden <strong>Kernproblems der Erkenntnistheorie: <br \/>\n&bull; Das Problem der Subjekt-Objekt-Beziehung bzw. das erkenntnistheoretische Problem der Anschauung.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Die L&ouml;sung des erkenntnistheoretischen Problems der Anschauung<\/strong><br \/>\nEine eingehende Darstellung der Argumente f&uuml;r die L&ouml;sung des Problems w&uuml;rde den Rahmen dieser Website sprengen. Deshalb sei auf die B&uuml;cher von Lungwitz verwiesen. Hier erfolgt nur eine kurze, zusammenfassende Darstellung:&nbsp;<\/p>\n<table width=\"100%\" cellspacing=\"1\" cellpadding=\"1\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&#8211;<\/td>\n<td>\n<p>Die Welt ist die Summe meines Bewussten. Es gibt keine Welt au&szlig;erhalb der menschlichen Anschauung. So viele Menschen, so viele Welten.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&#8211;<\/td>\n<td>\n<p>Das Objekt (Gef&uuml;hl, Gegenstand, Begriff) ist das einzig Existente. Synonyma hierf&uuml;r sind:<br \/>\n            Aktualit&auml;t, Angeschautes, Wahrgenommenes, Erlebtes, Existierendes, Etwas, Seiendes, Bewusstes.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&#8211;<\/td>\n<td>\n<p>Das Objekt ist ausschlie&szlig;lich mit sich selber identisch und ,,erscheint&quot; jeweils als immer-anders, als Ver&auml;ndertheit. Es gibt keine Identit&auml;t zwischen Objekten.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&#8211;<\/td>\n<td>\n<p>Die Mehrzahl Objekte existiert ausschlie&szlig;lich in der Beschreibung (Ph&auml;nomenologie). Ph&auml;nomenal existiert immer nur ein Objekt.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&#8211;<\/td>\n<td>\n<p>Die zeitr&auml;umliche Zugleichheit von Objekten existiert ausschlie&szlig;lich in der Beschreibung (Ph&auml;nomenologie).<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&#8211;<\/td>\n<td>\n<p>Das Objekt ist Symbol der Welt, d.h. es ist Symbol der Summe der nicht mehr und der noch nicht existierenden Objekte (unbewusste Objekte). Die Symbolkomponenten existieren ausschlie&szlig;lich in der Beschreibung. Den Symbolkomponenten entspricht erkenntnistheoretisch das Vor-Bewusste und das Nach-Bewusste des Objekts.<br \/>\n            Anmerkung: Der Begriff &quot;Symbolkomponenten&quot; wird unter dem Link Neurowissenschaft erkl&auml;rt.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&#8211;<\/td>\n<td>\n<p>Das Objekt ist Funktionseigent&uuml;mlichkeit spezifischer Zellen der Gro&szlig;hirnrinde, d.h. es entspricht&nbsp; spezifischen neuronalen Funktionen (NCC). Die Symbolkomponenten des Objektes haben rein beschreibungsm&auml;&szlig;ig (ph&auml;nomenologisch) ihre Entsprechung in den jeweils anderen Zellen der Gro&szlig;hirnrinde und ihrer assoziativen Kopplung (,,Verdrahtung&quot;) an die jeweils aktuell funktionierende Zelle.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&#8211;<\/td>\n<td>\n<p>Das einzelne Objekt hat weder Ausdehnung noch Dauer. Es kann nicht raumzeitlich gemessen werden. Nur die Objektreihe hat Ausdehnung und Dauer, ist messbar. R&auml;umlicher und zeitlicher Abstand bestehen nur zwischen den Gliedern der Objektreihen.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&#8211;<\/td>\n<td>\n<p>Es gibt ph&auml;nomenal keine Zeit und keinen Raum. Es gibt nicht das Objekt und den Raum und die Zeit, in denen es sich befindet. Raum und Zeit existieren ausschlie&szlig;lich ph&auml;nomenologisch, d.h. als Beschreibung der koordinativen Symbolkomponenten von Objektreihen bzw. als spezifische Beschreibung des Objektes als Ver&auml;ndertheit.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&#8211;<\/td>\n<td>\n<p>Das Objekt existiert in gegens&auml;tzlicher Zugleichheit mit ,,seinem&quot; Subjekt.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&#8211;<\/td>\n<td>\n<p>Das Subjekt (Synonyma: Anschauendes, Psyche, Geist, Seele, Ich, Wahrnehmendes) ist als polarer Gegensatzpartner zum Objekt das Nicht-Existente, Nicht-Bewusste, das Nichts.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&#8211;<\/td>\n<td>\n<p>Die Beziehung (Anschauung usw.) ist zeit-r&auml;umliche gegens&auml;tzliche Zugleichheit von Subjekt und Objekt , Nicht-Bewusstem und Bewusstem, Nichts und Etwas, Psyche und Physis usw.. Die Beziehung ist nicht etwa ein eigenst&auml;ndiges Drittes zus&auml;tzlich zum Subjekt und Objekt.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"10\" valign=\"top\">&#8211;<\/td>\n<td>\n<p>Kausalit&auml;t im Sinne von Ursache und Wirkung, Konditionalit&auml;t, Teleologie und Finalit&auml;t sind als Begriffe selber physisch. Es handelt sich jeweils um ein zus&auml;ztliches &quot;erkl&auml;rendes&quot;, in die reine Tats&auml;chlichkeit (Folge von Objekten) hinein gedeutetes Etwas, das sich als &uuml;berfl&uuml;ssige Fiktion erweist.<\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: right;\">&nbsp;Werner Zabka&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p><u><span style=\"font-size: smaller;\"><br \/>\nLiteratur:<\/span><\/u><span style=\"font-size: smaller;\"><br \/>\nLungwitz, Hans: Die Entdeckung der Seele. 5. Auflage 1947<br \/>\nLungwitz, Hans: Lehrbuch der Psychobiologie, Band 1: Das Wesen der Anschauung: Der Mensch als Reflexwesen; Von den Eigenschaften und Funktionen<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>The mere fact that such a familiar feature of our lives [like consciousness, Za.] has resisted for so long all attempts to characterize it suggests that our conception of it is at fault. 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