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Wie kommt die Welt in den Kopf?

The mere fact that such a familiar feature of our lives [like consciousness, Za.] has resisted for so long all attempts to characterize it suggests that our conception of it is at fault. What is needed is not just more evidence, more experimental and clinical data, but a careful rethinking of the assumptions.
Daniel C. Dennett

Die zentrale Frage der Erkenntnistheorie (Philosophie des Geistes) ist die Frage nach dem Wesen des Objekts, dem Wesen des Subjekts und der Beziehung zwischen beiden (Body-Mind-Problem). Bis heute jedoch gibt es “keine einheitlichen Methoden und konvergierenden Ergebnisse” (Bieri, 1997) bzw. “kaum allgemein anerkannte und gesicherte Resultate” (von Kutschera, 1981). Selbst “die Definition des Problems mag sich von Forscher zu Forscher unterscheiden” (Damasio, 2000). Im Rahmen des heute gültigen Paradigmas erscheint das Problem als unlösbar, denn wegen der Zirkularität der Argumente verstößt jede Lösung notwendigerweise gegen das Whitehead-Russell-Axiom.

Hans Lungwitz
1881-1967

Begründer der Psychobiologie

  • neurobiologisch basierte
  • kausalitätsfreie
  • metaphysikfreie Anthropologie

Die von Hans Lungwitz begründete Psychobiologie ist eine Anthropologie, die Philosophie (Erkenntnistheorie) und Biologie (Medizin, Neurokognitionswissenschaft) zu einer einheitlichen Theorie integriert.

Lungwitz erhebt den Anspruch, das erkenntnistheoretische Problem der Anschauung (Leib-Seele-Problem, Body-Mind-Problem) gelöst zu haben. Besteht dieser Anspruch zu Recht? Eine kritische wissenschaftliche Auseinandersetzung mit seiner Lösung steht noch aus.

Obwohl wir heute auf dem Gebiet der Hirnforschung über eine vom Einzelnen nicht mehr zu überschauende Menge von empirischen Daten verfügen, gibt es noch kein Modell vom Organismus des Menschen, das das Erleben und Verhalten des Menschen umfassend auf einer sehr hohen Verdichtungsebene beschreibt. Nach unserem Kenntnisstand ist das von Lungwitz entwickelte neurokybernetische Modell von menschlichen Organismus das erste und bisher einzige Modell, das es ermöglicht, das gesamte menschliche Erleben (Gefühle, Gegenstände, Gedanken, Ideen, Vorstellungen etc.) und Verhalten zwanglos in Korrelation zur Struktur und Funktion der Hirnrinde zu beschreiben (nicht zu „erklären“!). Das psychobiologische Modell ist eine Arbeitshypothese und wird es auch noch für eine lange Zeit bleiben, da auf dem heutigen Stand der Forschungsmethoden eine empirische Verifizierung im Detail nicht als realisierbar erscheint.

Der neurobiologische Teil der Psychobiologie, der stark vereinfacht unten dargestellt wird, entstand auf dem Wissensstand der zwanziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Daher bedarf auch der neurobiologische Teil der Psychobiologie einer kritischen Überprüfung und gegebenenfalls einer Aktualisierung. Es ist durchaus vorstellbar, dass die Theorie der Psychobiologie als Grundlage für die Entwicklung neuer Theorien auf dem Gebiet der Psychologie und Psychotherapie dienen kann.

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